BCL Damen feiern die Meisterschaft mit einem 61:55 gegen die Witten Baskets (11:13, 23:12, 18:12, 9:18)

BCL Meisterjubel

OBERLIGA, OBERLIGA, HEY, HEY! – Mission Oberliga geglückt. Die Damen des BC Langendreer schreiben BCL Geschichte und steigen vorzeitig in die Oberliga auf.

Nach der unglücklichen Niederlage gegen die SG VFK Boele-Kabel, schien es, dass ein Fluch auf den Damen des BCLs liegen würde. Mission Oberliga war fürs erste missglückt. Die geplante Feier in Hagen somit verschoben. Mit traurigen Gesichtern fuhren die Mädels nach Hause. Bleiben die BCL Ladies ewiger bester Zweiter?

Beim Training am Montag war es Aufgabe der Trainer Sven Simon und Andreas Bayer die Mädels wieder aufzumuntern und die negativen Gefühle beiseite zu schieben. Die Enttäuschung war immer noch sehr groß – aber die beiden Coaches fanden die richtigen Worte und schafften es, den Mädels klar zu machen, dass noch nichts verloren sei. Schließlich standen zu dem Zeitpunkt noch zwei Spiele an, die es galt zu gewinnen. Die Meisterschaftsfeier musste nur eben verschoben werden…

In der Woche trainierten die Mädels konzentriert und vor allem motiviert. Die Fehler vom missglückten Spiel gegen die Mädels von Boele-Kabel wurden sorgfältig reflektiert, sodass daran gearbeitet wurde. Im Vordergrund stand allerdings die ganze Woche: Spaß haben und positive Stimmung verbreiten, um mit positiven Gedanken ins nächste Spiel zu gehen.

Der nächste Gegner war Witten Baskets. Das Hinrundenspiel war bei allen noch in den Köpfen. Alle wussten, dass dieses Spiel kein einfaches werden wird. Es wird mindestens genauso hart wie gegen Boele-Kabel. Wenn nicht sogar härter. Denn die Mädels aus Witten spielen sehr körperlich und sind größentechnisch auch klar im Vorteil. Nichts desto trotz galt es auch diesmal: Spaß haben, den Sack zu machen und die Meisterschaft in den heimischen Stätten zu feiern. Diesmal nur ohne jegliche Vorbereitung und Werbung.

Die letzten drei Minuten wurden gepfiffen. Im Hintergrund ertönt der Titel „Bochum“ von Herbert Grönemeyer. Die Mädels von BC Langendreer versammeln sich unterm Korb. Einmal noch tief durchatmen. Einmal noch als Team zusammen spielen. Einmal noch Spaß haben. Den Sack zu machen. Denn so hat kein Team in der Liga je eine Chance gehabt, wenn sie gegen den BCL gespielt haben. Bevor noch die letzte Minute gepfiffen wurd,e hörte man ein ganz lautes „Wir sind ein TEAM!“

Sarah Simon, Alex Jauk, Neele Bock, Hanna Hoffmann und Isabelle Simon, das war die Starting Five, die den Grundstein legen sollten. Nur noch einen, nur noch einen und das wäre es. Bloß nicht unkonzentriert sein. Bloß keine einfachen Fastbreaks vermasseln und erst recht keine einfachen Punkte den Gegnern schenken. Die Mädels fingen stark an. Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel. Beide Teams waren willensstark und sehr bissig, dass Spiel für sich zu gewinnen. Der Start ins Spiel verlief deutlich besser als gegen Boele. Die Pressverteidigung lief. Die Offensive wies zum Teil keine richtigen Lücken auf, sodass unkluge Würfe genommen wurden – die aber zum Glück saßen. In der Defensive war es schwer, die große Spielerin aus der Zone zu halten, auch wenn Isabelle Simon unterm Korb alles gab und eine ausgezeichnete Defense spielte. Die Schnelligkeit und Backdoor-Cuts der Spielerin hatte man erst später in den Griff bekommen, auch wenn Neele Bock auch dort versuchte, ihr Bestes zu geben.

Die erste Halbzeit war schwer. Beide Teams hielten das Tempo sehr hoch und Witten spielte viel körperlicher. Coach Sven war sich aber sicher, dass der Sack heute zu gemacht wird. Das Tempo hochhalten und die Mädels aus Witten in der Zone tanzen lassen, um möglichst weiter vorne zu bleiben und keine Puste mehr für Witten bleibt. Da hat Sven aber die Rechnung ohne Hannas Verletzung gemacht. Schockstarre beim BCL. Hanna Hoffmann bekommt den Ball an der Freiwurflinie und legt den Ball souverän in den Korb. Nach der Landung hält Hanna ihren Fuß, Tränen liefen übers Gesicht. Das wars. Hanna Hoffmann musste das Spiel von der Bank mit ansehen.

Die Dreier-Pistolen waren geladen, warteten aber bis zum zweiten Viertel auf den perfekten Zeitpunkt um abzudrücken und zu treffen. Sarah Simon steht frei an der Dreier-Linie, der Ball nimmt die perfekte Flugkurve und? Versenkt. Der Bann ist gebrochen, Sarah in Fahrt und die Pistolen sind scharf gestellt. Ein Dreier nach dem nächsten traf Sarah Simon für den BCL. 34:25 Halbzeitpause. Kurze Besprechung. Kurze Verschnaufpause. Nur noch 20 Minuten Spielzeit bis zur Meisterschaft?

Das Meisterteam 2019

Das allbekannte dritte Viertel. Das Viertel, in dem die Mädels üblicherweise nochmal Fahrt gewinnen und motivierter denn je sind! Und auch gegen Witten war dieses Viertel bärenstark. Es scheint, als hätte Sarah Simon die Waffen von Alex Jauk auch noch geladen. Pow, pow, pow – Alex Jauk und Sarah Simon verwandeln Dreier ohne Ende…und Coach Sven? Er verteilt Luftküsse und feiert jeden Dreier. Womit? Mit Recht! Das dritte Viertel endet 52:37. Wird es das gewesen sein? Die Meisterschaft in den heimischen Stätten?

Das letzte Viertel. Nur noch 10 Minuten Spielzeit auf der Uhr. Die Mädels wirkten unkonzentriert. Einfache Fehler, die in den letzten Viertel vermieden worden sind, schlichen sich wieder ein. Ein Fehlpass nach dem anderen und somit die Chance für Witten nochmal ranzukommen. Die Mädels versuchten Ruhe zu bewahren und spielten die Zeit runter. Aber es wollte einfach nichts mehr rein. Alles ging daneben und rollte wieder raus. Auf der Bank wurde ständig nach der Zeit und den Punkten geschaut. Man wurde immer nervöser. Wie lang doch zwei Minuten sein können. Aber dann: ABPFIFF. Endlich. Coach Sven und Co-Trainer Andreas sind den Tränen nahe und wer hätte das gedacht – Coach Sven war in diesem wunderschönen Moment einfach mal sprachlos.

Nach einer starken Partie gegen Witten Baskets entscheiden die Damen nicht nur das Derby erneut für sich, sondern gewinnen vorzeitig auch die Landesliga-Meisterschaft und schreiben BCL Geschichte. Denn bisher war es keiner Damenmannschaft beim BCL gelungen, in der Oberliga zu spielen. OBERLIGA,OBERLIGA, HEY, HEY!

Wir bedanken uns mit ganz viel Liebe an die zahlreichen Zuschauer – die uns die ganze Saison über begleitet haben und zu keinem Zeitpunkt an uns gezweifelt haben. Nächste Saison dann wieder. Mit und für die Fans des BCLs. Bis dahin: haltet die Ohren steif. Wir versuchen noch zu realisieren, dass wir Meister sind.

Lots of Love,
eure Damen.

Es spielten: Sarah Simon (30), Alex Jauk (9), Isabelle Simon (8), Neele Bock (7), Hanna Hoffmann (6), Lotti Bayer (1), Vroni Hepple, Jessika Jaworek, Svea Sander, Kerstin Held und Juliane Hardege